Soziale Stadt

Ein Auszug aus dem „Molschder Blatt“ Über das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“

 

Wie schon im letzten „Molschder Blatt“ berichtet, profitiert Malstatt nun vom Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“. Zielsetzung ist die Stabilisierung und Aufwertung von Stadtteilen, die in sozialer, städtebaulicher sowie wirtschaftlicher Hinsicht benachteiligt sind. Hierfür fließen zu jeweils einem Drittel finanzielle Mittel aus Bund, Land und Stadt ein. Grundlage für das Programm ist das gemeinsam mit den Bürgern und der Stadtverwaltung entwickelte „integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (ISEK).

Im ISEK finden Sie die grundlegenden Maßnahmen zu den unterschiedlichen Themenfeldern:

• Städtebau, Stadtbild, Freiraum und Verkehr

• Zusammenleben und gesellschaftliche Teilhabe

• Wohnen, Wohnumfeld und Energie

• Bildung, Qualifizierung, Beschäftigung und lokale Ökonomie

 

Das ISEK liegt zur Einsicht im neuen Büro des Quartiermanagements am Pariser Platz, Rheinstraße 29, aus. Quartiersmanagerin Hana Jelassi bietet dort Sprechzeiten an, damit Sie sich über die geplanten Maßnahmen informieren sowie Ihre Ideen und Anregungen anbringen können.

Das Programm „Soziale Stadt“ besteht nun bereits seit 1999. Kernidee ist der integrierte Handlungsansatz, da sich die sozialen Probleme nicht alleine mit städtebaulichen Mitteln lö- sen lassen. Es sollen also auch andere Bereiche, z.B. aus den Politikbereichen Bildung, Stärkung lokaler Ökonomie, Integration, Gesundheitsförderung, Ausbildung und Beschäftigung u.a., miteinbezogen werden. Aus diesem Grund sind in der Lenkungsrunde „Soziale Stadt Malstatt“ Vertreter aus mehreren Ämtern anwesend. Gemeinsam mit ihnen und den unterschiedlichen Vertretern aus Malstatt werden regelmäßig die anstehenden Maßnahmen sowie weitere Themen besprochen, um das Programm in Malstatt möglichst effektiv voranzubringen.

Im Folgenden eine Vorstellung der ersten Maßnahmen des Programms Soziale Stadt:

 

„Skategarten“ im Bürgerpark

Die Skateanlage im Bürgerpark Saarbrücken Malstatt ist schon ziemlich in die Jahre gekommen. Dort stehen sehr alte Fertigteile auf grobem Asphalt, der auch nicht mehr ordentlich befahrbar ist. Der Skateverein „Saar Skateboarding e.V.“ setzt sich nun seit einigen Jahren für eine neue Skateanlage ein. Sie sind schon seit längerem mit der Stadtverwaltung im Gespräch und vertreten gebündelt die Interessen der Skater in Saarbrücken. Im Rahmen des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt soll nun auch die neue Skateanlage entstehen. Prof. Peter Latz, der Landschaftsarchitekt, der 1985 bis 1989 den Bürgerpark geplant und erbaut hat, wird den Entwurf gemeinsam mit einem Skateanlagenfachplaner erarbeiten. Der „Skategarten“, wie Prof. Latz die Anlage nennt, soll in Ortbetonweise entstehen und somit den Skatern ermöglichen in einem „Fluß“ zu fahren. Am 21. Januar fand der erste gemeinsame Skatepark-Workshop mit dem Amt für Stadtgrün und Friedhöfe, dem Skateverein, Landschaftsarchitekten Latz und Partner sowie einem Skateanlagenfachplaner statt.

Dank der Unterstützung durch Michael Kammer (Regionalverband Saarbrücken) und den Mitarbeitern des JUZ, durften wir hierzu die Räumlichkeiten des Jugendzentrums in der Frankenstraße in Malstatt nutzen. Zu dem Workshop kamen u.a. auch junge Skater und Skaterinnen aus Neunkirchen, Saarwellingen und Homburg. Dies zeigte, dass die Skateanlage auch über die “Molschder“ Grenzen hinaus von Bedeutung ist. 

 

Abenteuerspielplatz Meiersdell

Auch der Abenteuerspielplatz (ASP) Meiersdell soll im Rahmen von Soziale Stadt aufgewertet werden. Ihn gibt es nun bereits seit 39 Jahren. Für die zahlreichen Kinder im Quartier bieten die Mitarbeiter des ASP eine Vielzahl an pädagogischen Angeboten an. Diese richten sich vor allem an Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren. Der ASP ist eine Einrichtung des Amtes für Kinder und Bildung der Stadt Saarbrücken und befindet sich in Malstatt im Bezirk Jenneweg. Am 15.2. fand eine erste Sitzung mit mehreren Beteiligten statt. In erster Linie stehen finanzielle Mittel bereit, um das Außengelände des Spielplatzes zu sanieren. Hierfür ist das Amt für Stadtgrün und Friedhöfe zuständig. Allerdings spielen bei dieser Maßnahme nicht nur städtebauliche Aspekte eine Rolle, sondern auch Pädagogische sowie das Thema Integration. Malstatt ist ein sogenannter Ankommensstadtteil. Hier leben Menschen aus über 118 unterschiedlichen Nationen zusammen. Aus diesem Grund müssen hier mehrere unterschiedliche Ämter in den Entwicklungsprozess miteinbezogen werden. Teilnehmende an der ersten Sitzung waren Vertreter des Amtes für Kinder und Bildung, des Amtes für Stadtgrün und Friedhöfe, des Umweltamtes, des Gebäudemanagements, des Amtes für Zuwanderung und Integration sowie des Gemeinwesenbüros ZAM. Auch ein Vertreter aus dem Umweltministerium des Saarlandes war anwesend, da der ASP zusätzlich im Rahmen eines Modellvorhabens des Umweltministeriums zum Thema „Umweltgerechtigkeit“ gefördert wird. Durch diese Förderung werden finanzielle Mittel für die Bürgerbeteiligung in das Projekt miteinfließen.

 

 Pfarrer-Bleek-Platz

Die Gebäude am PfarrerBleek-Platz – Eigentümerin ist die Siedlungsgesellschaft IGS – sind vor kurzem erst saniert worden und die ersten Mieter konnten im August 2015 einziehen. Es wurden grundsätzliche Änderungen an den Grundrissen vorgenommen: aus Kleinwohnungen wurden zum Teil große Familienwohnungen gemacht, da sich der Bedarf an größeren Wohnungen erhöht hatte. Einzig der Platz, der umgeben ist von den Gebäuden der Siedlungsgesellschaft, konnte sich noch keiner Erneuerung erfreuen. Der Pfarrer-BleekPlatz wird durch die zahlreichen Familien mit ihren Kindern, die in den neu sanierten Wohnungen leben, sehr stark genutzt. Auf dem Platz befindet sich zudem der Eingang zu einem unterirdischen Bunker, der einen großen Teil des Platzes für sich einnimmt. Gemeinsam mit der ZAM wurde im letzten Jahr bereits eine erste Beteiligung zur Gestaltung des Platzes durchgeführt und die Anwohner nach ihren Wünschen befragt. Diese ersten Ergebnisse fließen in die ersten Entwürfe des Amtes für Stadtgrün und Friedhöfe miteinfließen. Die Umgestaltung des Platzes befindet sich Planungs. und Entwurfprozess. Weitere Bürgerbeteiligungen sollen in diesem Jahr folgen.

 

Hambacher Platz

Auch der Hambacher Platz profitiert vom Programm Soziale Stadt und soll aufgewertet werden. Fast idyllisch liegt der Platz im Bezirk Leipziger Straße. Einmal in der Woche findet auf ihm ein Wochenmarkt statt, der von den Anwohnern gerne besucht wird. Ansonsten wird der Platz derzeit als Parkplatz genutzt. Der Spielbereich auf dem Platz ist in die Jahre gekommen und nicht mehr als Spielplatz nutzbar. Dabei wohnen nun auch wieder mehr Familien mit Kindern am Platz, wie eine Anwohnerin erzählt. Auch zur Gestaltung des Hambacher Platzes wird es in diesem Jahr eine Befragung der Bürger geben.

 

Verfügungsfonds

Der Verfügungsfonds ist eine Maßnahme im Rahmen des Programms, um den Bürgern im Stadtteil eine finanzielle Unterstützung für kleinteilige Projekte zu ermöglichen. Es stehen im Jahr 10 000 € zur Verfügung. Die Projekte sollen eine positive Wirkung für den Stadtteil haben und sich grundsätzlich an den Zielen und Handlungsansätzen des ISEK orientieren. Folgende übergeordnete Ziele sind u. a. dabei maßgeblich.

• Förderung des Miteinanders im Quartier, Stärkung der Gemeinschaft

• Verbesserung des Images des Stadtteils

• Förderung und Bereitstellung von bedarfsgerechten Angeboten für verschiedene soziale Gruppen (Kinder – und Jugendliche, Alleinerziehende, Senioren, ausländische Mitbürger und Menschen mit Migrationshintergrund,…)

• Förderung und Verstetigung von Beteiligungsverfahren und -strukturen

• Unterstützung von Aktionen bestehender bürgerschaftlicher engagierter Gruppen.

 

Jeder Bürger, der sich gerne engagieren möchte kann sich beim Quartiersmanagement am Pariser Platz darüber informieren und einen Antrag stellen.

 

 

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